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Werbung in ChatGPT: Was der Kanal für Schweizer KMU heute wirklich bedeutet

Performance Marketing8 Min. Lesezeit28. Juni 2026
Screenshot von Werbung in ChatGPT

Zuerst die unbequeme Nachricht

Anzeigen in ChatGPT sind real, aber du kannst sie von der Schweiz aus derzeit nicht buchen. OpenAI führt den Ads Manager in einer Länderliste, und dort stehen Stand Ende Juli 2026 genau sieben Märkte: Australien, Kanada, Japan, Südkorea, Neuseeland, Grossbritannien und die USA. Die Schweiz ist nicht dabei, auch nicht als angekündigter Markt.

Wir schreiben das so deutlich, weil im Netz gerade viel Gegenteiliges kursiert. Wer dir heute eine ChatGPT-Kampagne für ein Schweizer KMU verkaufen will, sollte sehr genau erklären können, wie das gehen soll. Möglich ist derzeit nur, sich über OpenAI für spätere Märkte vormerken zu lassen.

Screenshot von Werbung in ChatGPT

Wie die Anzeigen aussehen

Es gibt aktuell ein einziges Format. Die Anzeige erscheint unterhalb der Antwort, ist als gesponsert gekennzeichnet und sichtbar vom Text getrennt. Sie besteht aus diesen Bausteinen:

  • Name des Werbetreibenden und Favicon
  • Titel: maximal 50 Zeichen, empfohlen werden 16 bis 24.
  • Anzeigentext: maximal 100 Zeichen, empfohlen werden 32 bis 48.
  • Ein quadratisches Bild, aktuell bis 1200 mal 1200 Pixel
  • Ein Link auf deine Landingpage

Die genauen Limiten stehen in OpenAIs Schema-Checkliste für den Bulk-Upload. Ältere Angaben von 30 und 60 Zeichen, die in vielen Artikeln stehen, sind überholt. Und OpenAI weist ausdrücklich darauf hin, dass sich Formate während der Beta noch ändern können.

Das Sprachmodell bleibt unabhängig

Das ist der Punkt, der uns am meisten interessiert hat, und OpenAI ist hier eindeutig: Anzeigen laufen auf getrennten Systemen und beeinflussen die Antworten nicht. Werbetreibende können Antworten weder umsortieren noch kaufen.

Auch beim Datenschutz ist die Linie klar. Werbetreibende erhalten ausschliesslich aggregierte Kennzahlen wie Impressionen, Klicks, Kosten, Klickrate und Conversions. Keine Chats, keinen Verlauf, keine Namen, keine E-Mail-Adressen, keinen genauen Standort. Eine Ausnahme gibt es: Schreibt jemand über eine Anzeige direkt an das Unternehmen, sieht dieses natürlich seine eigenen Nachrichten. Die Details stehen in der offiziellen FAQ zu Ads in ChatGPT.

Wichtig für die Reichweitenerwartung: Anzeigen werden nur Nutzern der Gratis- und Go-Stufen gezeigt, nicht in Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu. Nicht an Minderjährige, nicht in temporären Chats. Zu sensiblen Themen wie Gesundheit oder Politik werden keine Anzeigen ausgespielt, politische Werbung ist derzeit generell nicht erlaubt.

Was der Kanal kostet

OpenAI kennt drei Kampagnenziele: CPM für Reichweite, CPC für Klicks und oCPC, das auf Conversions optimiert, aber weiterhin pro Klick abrechnet. Die Auktion ist eine relevanzgewichtete Zweitpreis-Auktion, das Maximalgebot legst du auf Ebene der Anzeigengruppe fest.

Zwei Zahlen sind belegt. Erstens ein Mindestbudget von 25 US-Dollar pro Kampagne und Tag beziehungsweise der lokalen Entsprechung, in Grossbritannien etwa 15 Pfund. Zweitens eine Gebotsempfehlung: OpenAI rät, bei CPC-Kampagnen mit einem Maximalgebot von 3 bis 5 US-Dollar pro Klick zu starten. Nachzulesen in der Anleitung zu Kampagnen und den Grundlagen zu Ads in ChatGPT.

Was du nirgends findest, sind echte Preise. OpenAI schreibt selbst, dass es noch keine Benchmarks über Werbetreibende, Branchen und Kampagnentypen hinweg gibt. Wenn dir jemand eine konkrete Klickpreis-Spanne für ChatGPT nennt, ist das eine Schätzung, keine Marktzahl. Wir hatten in einer früheren Fassung dieses Beitrags selbst eine solche Spanne genannt und haben sie entfernt, weil sie nicht belegbar war.

Was wir noch nicht wissen

Ehrlich bleiben heisst auch, die offenen Fragen zu benennen. Ob die Kaufabsicht in ChatGPT wirklich höher ist als in der Google-Suche, ob der Wettbewerb dauerhaft günstiger bleibt und ob Streuverluste tatsächlich sinken: Das sind plausible Annahmen, aber es gibt dafür bislang keine belastbaren Daten. Der Kanal ist in der Beta, und Beta heisst, dass sich Formate, Preise und Regeln ändern werden.

Was Schweizer KMU jetzt sinnvoll tun können

Warten ist keine Strategie, aber Vorbereiten schon. Drei Dinge zahlen sich unabhängig davon aus, wann der Kanal hier verfügbar wird:

  • Sichtbarkeit in den organischen Antworten aufbauen. ChatGPT nennt Marken auch ohne Werbung. Woran das hängt, steht in unserem Beitrag zu Google und KI-Suche.
  • Die Landingpage in Ordnung bringen. Ein Klick aus einem Chat trifft auf dieselbe Seite wie ein Klick aus Google. Ist sie schwach, hilft dir kein neuer Kanal.
  • Messung sauber aufsetzen. Wenn der Kanal kommt, willst du am ersten Tag sehen, was er bringt. Warum das nicht nachträglich geht, steht im Beitrag Mehr Werbebudget löst kein Tracking-Problem.

Und wenn du in einem der sieben verfügbaren Märkte eine Niederlassung hast, lohnt sich ein kontrollierter Test durchaus. Nur eben mit dem Wissen, dass du gerade Lehrgeld für einen Kanal bezahlst, über den noch niemand belastbare Zahlen hat.

Stand dieses Beitrags: 31. Juli 2026. Wir aktualisieren ihn, sobald sich die Verfügbarkeit ändert. Wenn du wissen willst, ob sich der Kanal für dein Angebot lohnen könnte, melde dich einfach.

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